Was mir heute besonders gut gefallen hat

alltags.terrorismus, einfach mal so, privat, wolken.photograph

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Dass ich es geschafft habe, zwischen Regenschauer und Regenschauer (das Bild lässt es erahnen) fast eine Stunde in der Sonne zu laufen – ganz ohne Musik im Ohr, weil um diese Zeit das Essen auf dem Tisch steht, die Schüler nach Hause kommen und der Rest der Nation arbeitet oder sich gerade nicht sportilich betätigt oder mit dem Hund Gassi geht. Sehr geil!
 
Dass ich alle, die mir prophezeiht haben, dass ich mein recht teures Liegeergometer erst viel, dann wenig und dann gar nicht mehr benutzen würde, Lügen gestraft habe. Seit dem Erwerb fahre ich jeden Tag und steigere wöchentlich meine Schwierigkeitsstufe und innerhalb dieser Woche dann meine Fahrzeit. Wären das tolle Werte, würde ich jetzt damit protzen drüber schreiben, aber ich arbeite daran und irgendwann “fresst Ihr meinen Sternenstaub” – versprochen smiley by greensmilies.com
 
Verbunden mit der Anstrengng auf dem Liegeergometer habe ich den echten, tierischen Hunger wieder entdeckt. Mal sehen ob ich eine Beschreibung hinbekomme: Es ist nicht der Hunger, wie man ihn hat, wenn man etwas Bestimmtes essen will, es sind keine Gelüste, sondern es ist etwas Animalisches. Ich sitze da und vor mir steht das Futter und dann geht das los – schnell (leider) und mit grossem Genuss – ganz so als würde ich schmackhafte Nahrung plötzlich mehr zu schätzen wissen. Abgefahren!
 
Und last noch least eine diebische Freude – ich biege gerade in die kleinste Strasse zur Apotheke ein, die klassisch total zugeparkt ist, weil Mütter mit ihren noblen Autos ihre Kinder aus der Privatschule natürlich auch ganz vorna abholen müssen. Nicht dass das Kind am Ende noch 21,375 Meter laufen muss. Auf jeden Fall wartet am Kofferraum eines weissen BW 730 ein Kind, das zuvor wohl auf dem Spielplatz der Schule war – und da es auch auf Spielplätze einer Privatschule ganz viel regnet, sieht das Kind entsprechend aus. Die Mutter (davon gehe ich einfach mal aus) steigt aus – knapp über 30, Style, kurzer heller Rock über dunkel gemusterten Nets – und tappert mit ihren High Heels zum Kofferraum. Ihre Hände mit den überlangen Fingernägeln holen eine Plane raus, die sie routiniert (also wohl nicht zum ersten Mal) auf den Rücksitz des weissen BMW 730 legt. Sie bedeutet dem Kind seinen Schulranzen in den Kofferraum zu packen und gerade als sie sich umdreht um einzusteigen, haut ihr der Kleine mit seiner matschigen Hand voll auf den Hintern. Sie dreht sich um (ich halte hüstelnd die Hand vors Gesicht, um das explosionsartige Lachen zu kaschieren – es klappt nicht wirklich) sieht erst an sich hinunter, dann mich an weil ich lache und dann schreit sie den Kleinen (der das sicher bereits kannte) in brachialem Dialekt an.
 
Bedeutet: Style und Auto passen nicht zum tiefländlichen Eindruck der Dame und da ich Selbstenttarnungen besonders liebe …
 
Ich hatte kurz Blickkontakt mit dem Kleinen – ich habe wohl wirklich laut gelacht – und habe ihm einen ‘Thumbs Up’ gezeigt und ihn lächeln sehen. Erfrischend!